Es brennt und zwickt beim Wasserlassen. Der Rücken schmerzt, im Unterbauch zieht es unangenehm. Kaum war Frau auf Toilette, muss sie schon wieder – untrügliche Zeichen für eine aufkommende Blasenentzündung.
Die meisten Frauen kennen diese Symptome nur allzu gut. Schließlich stellt die Blasenentzündung ein eher weibliches Problem dar. Schuld ist wahrscheinlich die kurze Harnröhre der Frau, ebenso der knappe Abstand zwischen Harnröhrenausgang und After. Darmkeime, allen voran Escherichia coli, gelangen so leicht in die Harnwege und vermehren sich dort.
Verspüren Frauen die ersten Anzeichen einer Zystitis, können sie sich mit speziellen Kräutertees, Kapseln oder Cranberry-Saft aus der Apotheke helfen. Für einen „Nieren- und Blasentee“ mixen Apotheker häufig Goldrute, Acker-Schachtelhalm, Brennnessel und Birkenblätter zusammen.
Diese Heilpflanzen enthalten bestimmte sekundäre Pflanzenstoffe: die Flavonoide. Die erhöhen die Wasserausscheidung über die Nieren. Dadurch werden die Harnwege besser durchspült und Keime ausgeschwemmt.
In Extrakten aus Bärentraubenblättern kommt die Substanz Arbutin vor. Arbutin wird im Körper zu Hydrochinon abgebaut, dass – wenn es in die Harnwege gelangt – dort die Vermehrung von Bakterien verhindert. Allerdings kann Hydrochinon nur richtig wirken, wenn der Urin leicht basisch ist. Frauen sollten deshalb, während sie Bärentraube einnehmen, mehr Obst und Gemüse, aber wenig Fleisch und Käse essen. Übrigens kann sich der Harn durch Inhaltsstoffe der Bärentraube vorübergehend verfärben.
Plagen sich Frauen öfters mit einer Blasenentzündung herum, können sie Cranberry-Saft ausprobieren. Die roten Früchte sind mit Preiselbeeren verwandt und schmecken ziemlich sauer. Inhaltsstoffe von Cranberrys – die Proanthocyanidine – verhindern, dass sich Darmkeime wie E.coli in der Blase vermehren. Dadurch können die Beeren wiederkehrenden Harnwegsinfekten vorbeugen.
Wie viel Cranberrysaft Frauen täglich trinken sollten, darüber sind sich Experten noch uneins. Die Empfehlungen schwanken zwischen 50 Millilitern und zwei Gläsern pro Tag. Deshalb empfiehlt sich ein Gespräch mit dem behandelten Arzt.
Hinweis: Wer zum ersten Mal die Symptome einer Blasenentzündung verspürt, die Beschwerden durch pflanzliche Mittel nicht bald nachlassen oder wer häufiger einen Harnwegsinfekt bekommt, sollte unbedingt zum Arzt gehen.
Dr. Martina Melzer / www.apotheken-umschau.de;
04.02.2010, aktualisiert am 12.01.2012
Bildnachweis: Fotolia/Maksim Shebeko/2010
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